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Alt 27.04.2012, 19:37
Benutzerbild von zenzi
zenzi zenzi ist offline
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Registriert seit: 10.10.2007
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Standard Ein Reisebericht der besonderen Art

Das war gestern wirklich Abenteuer pur! Und für die Kätzies wars noch schlimmer. Ich bin deshalb so früh aufgestanden, weil ich dem Dr. Kilo noch den Termin für die Kastration absagen muss. Tuti würde wahrscheinlich heute eine OP nicht vertragen.

Schließlich aber sind wir gut angekommen.

In Luxor war die Sache ja bis fast zum Schluß noch recht entspannt. Ich konnte entgegen der ersten Aussage (14.00 Uhr) dann doch schon um 12.30 Uhr einchecken und das war auch nötig, denn da fingen dann schon die Zeitverzögerungen an. Katzen? Ja, Katzen. Können wir mal die Papiere sehen. Oberfritze nimmt die Papiere mit, Fotokopien machen. Ich sitze derweil wieder in der Cafeteria. Mein Koffer ist schon weg - Gott sei Dank. Inzwischen hat sich so ziemlich alles, was im Airport irgendwas zu sagen hat, um mich versammelt und will was wissen. Nach mindestens drei Zigarettenlängen kommt der Oberfritze mit den Papieren zurück mit der Aussage, der Flughafenarzt müsse noch einen Gesundheitscheck machen. Ich sage, das geht nicht, der sagt, das muss. O.k., ich warte auf den Arzt. Wieder mindestens 20 Minuten. Der Arzt kommt. Sein Englisch ist marginal. Ich mache ihm begreiflich, dass wenn wir die Taschen aufmachen und eine der Katzen entfleucht, wir die niemals mehr kriegen. Also, er ist einverstanden, nur durch ein kleines Loch im Reißverschluss reinzulugen. Dann zeigt er mir einen Riesenblock und sagt, den müsse er jetzt ausfüllen und dann bekäme ich von ihm noch ein Gesundheitszeugnis. Es dauere nur 10 Minuten. Die Papiere nimmt er natürlich wieder mit. Es dauert 40 Minuten. Dann kommt der vorherige Oberfuzzi zurück mit den Papieren, möchte 40 LE haben, ich gebe ihm EUR 5,-, er kann nicht wechseln, rennt wieder weg, kommt nach 10 Minuten wieder, gibt mir eine Abrechnung, nachdem die EUR 5,- LE 39,75 ergeben haben. Ich habe noch 25 Piaster im Portmonnaie, die ich ihm geben will, er verzichtet generös und übergibt mir das Gesundheitszeugnis. Ich hab also dem Staat Ägypten LE -,25 zu wenig bezahlt. Nettes Ägypten.
Nun kann ich endlich nach oben gehen. Boardingtime ist 15.oo Uhr. Es ist etwa 14.30 Uhr. Habe also oben noch mal Zeit für einen Kaffee und eine Ziggi. Dann zum Gate. Dort ist noch mal ein Checkpoint. Kätzies müssen noch mal durch die Röntgenmaschine. Der Kontrollfuzzi am Bildschirm ist ganz aufgeregt. Was ist das? Ich sage: Miau! Er sagt, eine davon hechelt. Er müsse unten anrufen und fragen was man da macht. Ich sitze also wieder für mindestens 20 Minuten auf einem Bänkchen und warte. Auf einmal kommt mir so ein bekanntes Düftchen aus der einen Tasche entgegen. Tuti hat eingekotet vor lauter Stress. Er war ja schon unten aufgewacht und hatte Randale in der Tasche gemacht. Jetzt, wo er gekotet hat, wollte er natürlich scharren und war ganz verzweifelt, weil er aus seiner eigenen Scheiße nicht rauskam. Isis dagegen war noch im Koma.
Nach noch mal ca. 20 Minuten kommt von unten die Mitteilung, dass alles o.k. sei und er mich zum Flieger lassen soll. Als ich zum Gate komme, sind die Leute schon auf dem Weg zum Bus. Also höchste Zeit.
Ich habe Sitz 7A, also ziemlich weit vorne, aber halt nicht in der ersten Reihe, wie ich es eigentlich gebucht hatte. Ich stelle Isis unter den Vordersitz und nehme Tuti auf den Schoß. Tuti müffelt gewaltig. Die Flugzeit nach Hurghada dauert 50 Minuten und schon nach kurzer Zeit halten sich diverse Passagiere die Nasen zu.
In Hurghada müssen wir alle das Flugzeug verlassen und in einen Transitbereich, weil das Flugzeug aufgetankt, gereinigt und ein Crewtausch vorgenommen wird. Ich stelle mich im Transitbereich vor die versammelten Passagiere und halte eine Rede. Bitte darum, ob mir jemand aus der letzten Reihe seinen Platz gegen den 7A tauscht, damit ich mit dem stinkenden Kater nicht so viele andere Passagiere belästige. Niemand ist dazu bereit, obwohl es unter den Leuten 4 gibt, die da hinten ihre Plätze haben. Eine Dame empfiehlt mir, mich an die neue Crew zu wenden.
Beim Einsteigen lasse ich allen anderen den Vortritt und steige als letzte ein. Ich erkläre der am Einstieg wartenden Stewardess mein Problem. Sie ist zunächst ratlos, will den Chefpurser konsultieren. Der kommt, sagt, ich müsse die Tasche reinigen. Gerne, aber wie? Ich kann das Tier nicht rauslassen und es muss während der Reinigung festgehalten werden. Eigentlich bräuchte es dazu 2 Personen, eine zum reinigen, eine zum Katze im Nackengriff festhalten. Am besten wäre es, wenn unter den Passagieren ein Tierarzt oder ein Tierpfleger wäre. Eine Unterbringung der Tasche mit Tuti in der Toilette geht nicht, für 200 Personen sind nur 2 Toiletten da, eine davon den ganzen Flug zu sperren, ist nicht möglich. Tasche ins Handgepäckfach geht auch nicht, dort würde Tuti ersticken. Chefpurser murmelt was von wegen, unter diesen Umständen könnte man mich nicht mitnehmen. Aber man wird sich an den Captain wenden.
Nach einiger Zeit, ich stehe draußen auf der Treppe, kommt Bescheid vom Cockpit: Die Tasche mit Tuti kommt während des Starts in eines der Klos. Wenn die Maschine die Reisehöhe erreicht hat, soll ich ins Klo und versuchen, die Tasche sauber zu machen. Wie, das bleibt mir überlassen. Ich bin einverstanden.
Als ich in die Maschine komme, oh Wunder, hat die Crew für mich in der letzen Reihe 2!!!! Plätze freigeschaufelt (Maschine ist eigentlich voll)
Auf 12.000 Meter Höhe darf ich aufstehen und meine Aufgabe angehen. Ich bekomme von der Stewardess Plastikhandschuhe, Kotzbeutel, eine Riesenmülltüte, eine Sprayflasche Febrais und ein Dutzend Feuchttücher und dann werde ich im Klo eingeschlossen.
Ich mache den Reißverschluss auf. Tuti liegt ganz friedlich drin. Ich nehme ihn mit der linken Hand im Nackengriff und hebe ihn halb aus der Tasche. Mit der rechten Hand und mit den Zähnen reiße ich zunächst Klopapier ab und mache den gröbsten Dreck weg. Dann wieder mit den Zähnen Feuchttücherbeutel aufreißen, mit Feuchttüchern die eine Hälfte der Tasche sauberwischen, auch den verkoteten Kater etwas abwischen, Fell und Pfoten, wie ich sie erreichen kann. Nun kommt die andere Hälfte der Tasche dran. Dazu muss ich den Kater in die andere Hand nehmen. Und dabei passierts. Der Kater beißt mir kräftig in die Daumenwurzel und in die Daumenspitze. Ich weiß ja, dass man bei einem solchen Biss nicht wegziehen darf und deshalb gibt’s auch keine Schramme, sondern nur zwei tiefe Löcher, allerdings eins davon blutet heftig. Dennoch halte ich mit der blutenden rechten Hand jetzt den Kater fest am Nacken und reinige die andere Hälfte der Tasche. Ich sehe, dass der Kater den Boden der Tasche schon recht heftig zerschrammt hat, weil er ja bemüht war, den Dreck zu verscharren. Das arme Tier!
Am Schluss wird alles noch mit Febrais eingesprüht, ich setze den Kater wieder ganz in die Tasche, halte ihn aber weiter im Nacken fest, während ich versuche mit der linken Hand den Reißverschluss zu schließen. Da ich links ziemlich dappig bin, geht’s erst, als ich wieder die Zähne zu Hilfe nehme. Reißverschluss halb zu, Kater loslassen und zack! Reißverschluss ganz zugezogen. Klappe zu, Affe tot.
Ich verpacke den ganzen Mist in der großen Mülltüte, reiche diese raus an die Stewardess, sie sieht, dass ich blute und verspricht mir, mir Verbandszeug zu bringen. Dann gehe ich zu meinen zwei Plätzen. Das ist natürlich ideal. Ich habe jetzt zwei Vordersitze, unter die ich die Taschen stellen kann und einen Mittelplatz, auf dem ich mich auch noch etwas ausbreiten kann. Mein Sitz ist am Fenster. Der Mann am Gang ist freundlich, ich frage ihn, ob man noch was riecht, er verneint.
Das Leben ist wieder schön!
Isis ist inzwischen immer noch ganz ruhig. Tuti macht hin und wieder Randale in seiner Tasche, aber wenn ich ihn ein wenig wiege wie ein Baby, dann wird er wieder ruhig. Ich kann lesen und essen.

In FFm sollte eigentlich ein Wagen für mich bereitstehen, der mich die langen Wege bis zum Zoll bringt. Ich sehe ihn zunächst nicht. Nach ca. 5 Minuten laufen bin ich aber so geschafft, dass ich mich auf eine Bank setze, um zu verschnaufen (ich habe schon seit ein paar Jahren Schwierigkeiten, weite Strecken zu laufen, nach ca. 400 m habe ich tierische Kreuzschmerzen und muss für einen Augenblick sitzen, dann geht’s wieder weiter). Als ich da so sitze, kommt der Rollwagen. Wir hatten uns verfehlt. Die Dame, die den Wagen fährt, ist sehr freundlich, verstaut die Taschen, schnallt mich an und weiter geht’s zunächst zur Passkontrolle, dann zur Gepäckausgebe und schließlich zum Zoll. Ich sage mein Verschen auf wegen der Katzen, man nimmt kurz die Papiere, sagt, man habe schon Bescheid gekriegt aus Luxor, ich könne passieren. Draußen wartet Elsa und Endi. Endlich eine Zigarette.

Zuhause bei Elsa und Endi: Im Wohnzimmer ist ein Katzenklo aufgebaut, außerdem zwei Schälchen mit Brekkies und zwei Schälchen mit Wasser. Ich mache die Taschen auf. Die Kätzies schlafen und kommen nicht raus. Das Wohnzimmer wird jetzt erstmal für 2 Tage der Relaxplatz für die beiden Tiere. Nachts brennt ein kleines Lämpchen. Ansonsten werden sie nicht gestört. Endi ist krankgeschrieben und kann zuhause auf die beiden aufpassen. Alles easy. Ich fahre nachhause.

Mäxchen kommt mir schon am Parkplatz entgegen mit großen Gemaunze. Nele kommt mit dazu, streicht mir um die Beine. Tiger erwartet mich an der Haustür. Man scheint mich wohl vermisst zu haben. Nachts sind alle drei auf dem Bett um mich herumdrapiert. Eine Idylle!
__________________
Gruß
Zenzi

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